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Wolfersgrün, St. Georg

Kirchengeschichte

Schon im Jahre 1872, so steht in der Chronik geschrieben, wurde durch das Engagement der Bürgerinnen und Bürger von Wolfersgrün die erste Kirche gebaut. Die Geschichte der Kirche selbst, heißt es weiter, wurde nach Erinnerung der Einwohner von Wolfersgrün und wenigen Belegen, die in der Gemeinderegistratur vorhanden waren, aufgezeigt, da dem Verfasser dieser Chronik durch den damaligen Geistlichen von Neuengrün, zu dessen Kirchengemeinde Wolfersgrün gehörte, ein Einblick in die Akten der Kuratie verweigert wurde.

Der schmucke, gotische Altar und die Kanzel gereichen dem Kirchlein zur Zierde. Wohl sind die Namen seiner Stifter nicht mehr bekannt, doch künden Kirch- und Inneneinrichtung ihre edle Tat kommenden Geschlechtern. Drei Glocken künden Freude und Leid an, hinaus auf die Berge des Frankenwaldes und begleiten den Menschen vom Tage der Geburt bis zu seinem letzten Gang. 

Die erste Glocke enthält folgende Inschrift: Gestiftet von Johann Kremer, Pfleger, gegossen von J. B. Lotter in Bamberg 1870. Entstammt also der bekannten Glockengießerwerkstatt Lotter in Bamberg und ließ als erste Glocke in Wolfersgrün ihre Stimme erschallen.

Die Geschichte der zweiten Glocke: Der Krieg 1914-18 ging auch in Wolfersgrün nicht spurlos vorüber. So musste die Ortschaft die große Glocke abliefern. Am 27. August 1918 fasste dann der Gemeinderat unter seinem damaligen 1. Bürgermeister Andreas Schuberth, Hs. Nr. 10, den Beschluss, eine neue Kirchenglocke anzuschaffen. Ein Drittel des Kaufpreises wurde durch den Erlös der alten Glocke erbracht, der Rest durch Sammlung. Im Januar 1931 wurde von der Kuratie Hohenberg die dritte, kleine Glocke gekauft und trägt die Inschrift: Gewidmet von der Familie Ott aus New York der Kuratie Hohenberg.

Im Jahre 1931 wurden Altar und Decken durch die Familie Schreyer aus Bamberg neu vergoldet. Bank, Kreuzweg, Empore und Kanzel wurden renoviert. Auswärtige Tüncher strichen die Kirche innen und außen. Im gleichen Jahr wurde der Gemeinde Wolfersgrün ein zweiter Sonntagsgottesdienst im Monat genehmigt. Dafür musste die Gemeinde 4000 Mark zum Kirchenbau in Neuengrün bezahlen. Von der Gemeinde war allerdings der Vorschlag gemacht worden, Sonntag in Neuengrün und in Wolfersgrün Gottesdienst zu halten, damit wäre der Raummangel in der Neuengrüner Kirche behoben gewesen, denn die Einwohnerschaft von Neuengrün und Schlegelshaid hätten den Gottesdienst in Neuengrün besucht, während Wellesberg mit nach Wolfersgrün zur Kirche gegangen wäre. Dabei verpflichtete sich Wolfersgrün sogar, den Geistlichen mit einer Kutsche in Neuengrün holen zu lassen und wieder nach Neuengrün zurückzubringen.

Vom Erzbischöflichen Ordinariat wurde jedoch dieser Vorschlag abgelehnt. So musste Wolfersgrün 4.000 Mark bezahlen und der zweite Gottesdienst im Monat wurde genehmigt. Dies, obwohl die Gemeinde über 30.000 Mark Schulden hatte. Am 1. Oktober 1931 besuchte seine Exzellenz Dr. Jakobus v. Hauck, Erzbischof von Bamberg, Wolfersgrün.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg hat sich die katholische Kirchengemeinde Wolfersgrün entschlossen, die kleine Kirche, erbaut im gotischen Baustil im Jahre 1872, mit spitzen Kirchturm und aus Backsteinmauerwerk, das arg angegriffen war, und nicht mehr allen Gottesdienstbesuchern Platz bot, durch einen Neubau an gleicher Stelle zu ersetzen. Mit dem Entwurf und der Ausarbeitung des Projektes wurde Architekt Toni Schenk aus Bamberg betraut. Die Durchführung übernahm Heinrich Geiger, Baumeister aus Friesen bei Kronach. Der Spatenstich erfolgte nach einem feierlichen Gottesdienst durch Kuratus Andreas Schrimpf und dem Bürgermeister Johann Gremer am 15. April 1947. Der Grundstein der neuen Kirche konnte dann schon am 30. Juli 1947 gelegt werden. Dies hatte man besonders dem damaligen Lehrer und späteren Ehrenbürger von Wolfersgrün Herrn Hugo Geiger zu verdanken. Ein großer Dank galt natürlich auch den Wolfersgrüner Bürgerinnen und Bürgern, die durch das große Engagement und viel Eigenleistung zum Bau wesentlich beigetragen haben; so mussten die Handwerker verköstigt und für ihre Übernachtung gesorgt werden. Für etliche Baumaterialien mussten die Wolfersgrüner ihre Speisekammern öffnen, um Nahrungsmittel zum Tausch anzubieten. Die neue Kirche fügt sich mit ihren wuchtigen Formen, der feinen künstlerischen Gliederung und dem schlanken Zwiebelturm ausgezeichnet in das Dorfbild ein. Sie stellt eine bemerkenswerte moderne bauliche Leistung dar.

Am Sonntag, den 7. November 1948 wurde - zur großen Freude der Wolfersgrüner - die neue Kirche durch Erzbischof Josef Otto Kolb von Bamberg feierlich eingeweiht. Niemand von den Dorfeinwohnern hatte es sich nehmen lassen, den Gast zu empfangen. Nach den Begrüßungsansprachen von Bürgermeister Hans Gremer und des derzeitigen Kuratus Andreas Schrimpf brachte der Erzbischof seinen Dank und seine Freude über die Errichtung des Gotteshauses zum Ausdruck. Als Auftakt der Feier wurde das Weihespiel „ Der Sänger Gottes“ in dem neuen Bau zur Aufführung gebracht. Für den neu zu konsekrierenden Hochaltar brachte der Erzbischof die Reliquien der hl. Märtyrer Klemens, Urban und Faustus aus Rom mit. In den Morgenstunden des 7. November nahm der Erzbischof die feierliche Konsekration der neu erbauten Kirche und des Hochaltars vor. Währenddessen lauschte das Volk im Freien vor dem Portal der Kirche der Festansprache des Prälaten und Dekans Georg Werthmann aus Kronach, der die Gläubigen zu mutigem Glaubensbekenntnis aufforderte. In der kurzen Pause zwischen Konsekration und Gottesdienst dankte der Erzbischof allen am Kirchenneubau Beteiligten und forderte mit aus bewegtem Herzen kommenden Worten die Gläubigen zum fleißigen Besuch des neuen Gotteshauses, zu Bekennermut und Glaubenstreue und vor allem zu Taten der Nächstenliebe in der Not der Zeit auf. Zur Verpflegung der Gäste wurde von den einheimischen Frauen Eintopf in großen Waschkesseln gekocht, der in der Nachkriegszeit von allen dankbar angenommen wurde.

Die Kirche stand nun da, aber die meisten Einrichtungsgegenstände fehlten und so mussten sich die Wolfersgrüner Bürgerinnen und Bürger, wenn auch manchmal etwas mürrisch, immer wieder spendabel zeigen. Bereits 1951 wurden drei neue Glocken angeschafft, die ebenfalls aus der bekannten Glockengießerwerkstatt Lotter Bamberg stammen. Die feierliche Zeremonie der Glockenweihe vollzog Prälat Werthmann unter Assistenz zweier Geistlicher.

Die drei Glocken wurden dem Hl. Georg, der Muttergottes, sowie Bruder Konrad geweiht. Nach der Weihe übergab der Konsekrator im Auftrag des Erzbischofs die Glocken der Gemeinde. Er betonte hierzu ausdrücklich, dass Glocken keine toten Gebilde seien, auch Glocken hätten eine Sprache. Sein Wunsch war, dass diese Glocken den Frieden für das arme, geknechtete Deutschland, für Europa und die ganze Welt bald einläuten werden.

Im Jahre 1953 trat der bisherige Kuratus Andreas Schrimpf in den Ruhestand. Die Kuratie Neuengrün / Wolfersgrün übernahm daraufhin Kuratus Hermann Buchfelder, der 26 Jahre in unseren Gemeinden wirkte. In dieser Zeit wurde 1954 die Bestuhlung angeschafft, 1959 wurde der alte, gotische Holzaltar durch eine Kreuzigungsgruppe von F. Kirchner (Holzschnitzerwerkstatt Bad Kissingen) ersetzt. 1955 erhielt die Filialkirche Wolfersgrün eine eigene Kirchenstiftung. Dem Patron der Kirche, dem Drachentöter St. Georg, wurde 1960 eine neue Statue gewidmet.

Auf Drängen des Organisten Michael Backer entschloss sich die Kirchenverwaltung im Jahr 1961 für eine Orgel einen größeren Geldbetrag aufzuwenden. Um in den kalten Wintermonaten den Kirchgang angenehmer zu machen wurde 1972 eine elektrische Heizung eingebaut.

Im Jahre 1974 wurde Kuratus Hermann Buchfelder zum Pfarrer in Zeyern berufen, und konnte so die Kuratie Neuengrün / Wolfersgrün nicht mehr voll betreuen. Aus diesem Grund mussten immer wieder Priester der Nachbargemeinden aushelfen. So wurde durch Pfarrer Hans Böhlein aus Steinwiesen im Jahr 1974 eine neue Sakristeieinrichtung und Sakristeiausstattung angeschafft.

Mit dem Kaplan Rudolf Scharf, der von der Pfarrei Naila aus, die Filialkirche Wolfersgrün mit betreute, kam reges Leben in die Kirchengemeinde. Er hat im Jahr 1976 eine Fronleichnamsprozession eingeführt. Unter seiner Regie wurde 1976 die Kirche innen und außen renoviert, sowie vier Turmuhren und ein elektrisches Geläute angeschafft. 

Am Sonntag, den 12. November 1978 feierten die Wolfersgrüner mit einem Festgottesdienst den 30. Weihetag ihrer Kirche. Den Festgottesdienst gestalteten Pfarrer Hermann Buchfelder, Pfarrer Rudolf Unger und Kaplan Rudolf Scharf. Hauptzelebrant war der in Wolfersgrün geborene Pfarrer von Oberkotzau, Franz Leipold. In seiner Predigt führte Pfarrer Leipold aus, dass mit diesem Gotteshaus seit seinem 30-jährigen Bestehen ein historisches Zeichen echter Glaubenskraft für die Nachwelt gesetzt worden ist. Im Jahre 1978 erhielt Kaplan Scharf einen neuen Wirkungskreis und verabschiedete sich aus Wolfersgrün.

Im Jahr 1979 wurde Pfarrer Dieter Scholz aus Wallenfels beauftragt, die Filialkirche Wolfersgrün mitzubetreuen. Während seiner 16-jährigen Tätigkeit wurden einige Neuerungen eingeführt. So konnten die Wolfersgrüner 1981 erstmals die Feier einer Erstkommunion erleben. Der Chorraum des Gotteshauses wurde neu gestaltet. Im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil wurden ein Volksaltar, sowie ein Ambo angeschafft, die vom Kronacher Bildhauer Heinrich Schreiber gefertigt wurden. Die Altarplatte besteht aus Dolomit, das Mittelteil aus Sandstein und zeigt an seiner Front einen Weinstock als Zeichen des Lebens. Der Chorraum bildet mit dem Kirchenschiff eine wunderbare, harmonische Einheit, ein sehenswertes Gotteshaus.

Durch die minderwertige Qualität des Materials in der Nachkriegszeit, wurde im Laufe der Jahre die Dachhaut undicht und musste im Jahre 1984 mit großem Kostenaufwand erneuert werden.1992 erhielt die Kirche eine Lautsprecheranlage und zwei Jahre später eine neue elektronische Orgel.

Zur Unterstützung von Pfarrer Scholz kam am 1. Juni 1991 Kaplan Werner Fortuna nach Wallenfels und war auch für die Kirchengemeinde Wolfesgrün zuständig. Nach seiner Versetzung 1994 wurde er von Kaplan Thomas Schmelz abgelöst.

Überraschend verließ Pfarrer Dieter Scholz im August 1995 die Pfarrei. Sein Nachfolger, Pater Henryk Chelkowsky (Pater Heinrich) trat am 1. September 1995 als Pfarradministrator seinen Dienst an.

Da die alten Lampen nicht mehr in das Gesamtbild des Gotteshauses passten, wurde 1995 die Anschaffung neuer Lampen beschlossen. Im 50. Jubiläumsjahr wurden umfangreiche Sanierungsmaßnahmen ausgeführt. Unter anderem ist ein neuer Beichtstuhl gesetzt, sowie im Chorraum ein neuer Teppich verlegt worden. Innen und außen erhielt das Gotteshaus einen neuen Anstrich. Die baufällige Mauer am Kirchenvorplatz, sowie die beiden Treppen an den Eingängen wurden erneuert.

Am 31. August 1998 verließ Kaplan Thomas Schmelz Wallenfels. Sein Nachfolger, Pater Marek Flasinski, wurde am 1. September 1998 begrüßt.

Voller Dankbarkeit und Stolz schauen die Wolfersgrüner im Jahr 1998 auf ihre Kirche, die im Laufe der 50 Jahre zum Schmuckstück der Gemeinde wurde, zur Ehre Gottes und zur Freude aller Einwohner.

Zum 01. September 2012 wurde Pater Jan Poja CR als Nachfolger von Pater Heinrich zum Pfarradministrator in Wallenfels und Kuratieadministrator von Neuengrün ernannt. Er übernahm damit auch die Verantwortung für die Filialgemeinde Wofersgrün und wirkte seelsorglich bis August 2023. Mit dem Weggang von Pater Jan Poja endete die Zeit der Priester mit Wohn- und Dienstsitz in Wallenfels. 

Zum 01.09.2023 wurde Detlef Pötzl (leitender Pfarrer des Seelsorgebereiches Frankenwald, Pfarrer der Pfarreien Teuschnitz und Tschirn, Kuratus der Kuratie Wickendorf, Pfarradministrator der Pfarreien Posseck, Pressig und Rothenkirchen) zum Pfarradministrator von Wallenfels mit der Schaid, sowie zum Kuratieadministrator der Kuratie Neuengrün mit Wolfersgrün ernannt.

Im Jahr 2022 erschütterte das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen die Pfarrei Wallenfels und die umliegenden Gemeinden. Im Oktober fand in Wallenfels eine Gemeindeversammlung mit Erzbischof Schick statt, denn am 23. September 2022 teilte das Erzbistum Bamberg mit, dass der 2005 gestorbene Priester Dieter Scholz seit seiner Kaplanszeit wiederholt sexuelle Übergriffe begangen habe. Dies sei dem Erzbistum seit 1963 bekannt gewesen, und Scholz habe die Taten eingestanden. Der Priester wurde zunächst aus dem Dienst genommen und musste sich „zur Besinnung und Umkehr“ ins Kloster Niederalteich und dann in die Abtei Münsterschwarzach begeben. Anschließend sei er zweimal als Seelsorger in Bolivien tätig gewesen, dazwischen und danach sei er jedoch an verschiedenen Orten im Erzbistum Bamberg eingesetzt worden, u. a. von 1972 bis 1995 als Pfarrer von Wallenfels. 2003 sei er regulär in den Ruhestand versetzt worden. Erzbischof Ludwig Schick räumte schwere Versäumnisse der Bistumsleitung ein; ein Priester, dem solche Vorwürfe gemacht wurden, hätte aus dem Dienst genommen und zumindest kirchenrechtlich bestraft werden müssen.

Für Opfer und Betroffene sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Bamberg stehen Ansprechpersonen zur Verfügung. Sie haben die Aufgabe, Vorwürfen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und erwachsener Schutzbefohlener nachzugehen und entsprechende juristische und gegebenenfalls psychologische Maßnahmen einzuleiten.

Am 01.07.2024 startete im Erzbistum eine Studie zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs. Die Aufgabe der Durchführung und Auswertung übernimmt eine unabhängige Kommission in Kooperation mit Prof. Dr. Stefan Harrendorf (Uni Greifswald) und Psychologin Prof. Dr. Renate Volbert (Pyschologische Hochschule Berlin). Die Studie soll am 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein.