„Gegen die Selbstverzwergung der Kirche angehen“
Predigt von Erzbischof Schick zur Verleihung der „Missio Canonica“

Bamberg. Erzbischof Ludwig Schick sieht die derzeitige Situation der Kirche als eine „Zeit der Läuterung“. Jesus Christus selbst biete die Möglichkeit, wieder mehr zu begreifen, „die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe der Liebe Christi, die alle Erkenntnis übersteigt“, sagte Schick am Freitag bei der Verleihung der kirchlichen Lehrerlaubnis („Missio Canonica“) an zwei Religionslehrerinnen und eine Gemeindereferentin im Bamberger Dom.
„Das Evangelium, seine Werte und Tugenden ermöglichen Leben in Freiheit und Verantwortung, sie ertüchtigen zu weltweiter Solidarität und Humanität“, so Schick. Christen sollten im Blick auf Jesus Christus und auf die positiven Beiträge der Christenheit in der Geschichte für das Wohl der Menschen, die Größe ihrer Aufgabe sehen und erfüllen. In der gegenwärtigen geistesgeschichtlichen Krise, die auch den christlichen Glauben und die Wirkungsgeschichte des Evangeliums in Frage stellten, dürften die Christen sich nicht selbstverzwergen, sondern sollten dagegen angehen. „Die Botschaft Christi ist Licht und Leben, gerade jetzt. Wir denken oft zu klein vom Evangelium und seiner Bedeutung für das gute Leben jedes einzelnen Menschen und für eine humane Gesellschaft“, sagte der Erzbischof.
Schick verwies in seiner Predigt auf die Patrone Europas, den heiligen Benedikt, Cyrill und Method sowie die Patroninnen Katharina von Siena, Edith Stein und Birgitta von Schweden, deren Festtag gefeiert wurde. In schwierigen Zeiten hätten sie Großes für Menschen und Menschheit gewirkt.
Schick schloss seine Predigt mit dem Aufruf: „Gehen Sie gegen die Selbstverzwergung an, denken Sie in Wahrheit und Ehrlichkeit daran, was Kirche in all den Jahrhunderten Gutes und Schönes gewirkt hat und was heute der Auftrag ist. Tragen Sie mit Ihrem Leben und Wirken zum Heil und Frieden der Menschen und der ganzen Schöpfung bei.“